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taiji-cetacean-kill-taiji-cove-1000wDIE STADT TAIJI
Geografisch gesehen liegt Taiji im Südosten Japans, innerhalb der Präfektur Wakayama. Die Küste von Taiji ist bekannt für ihre landschaftliche Schönheit und in den Sommermonaten ist sie ein beliebtes Urlaubsziel. Allerdings hütet diese beschauliche Stadt ein dunkles Geheimnis – sie hat das Blut und Leid von abertausenden Delfinen an ihren Händen. Touristen aus allen Ecken Japans kommen, um Taiji zu besuchen, jedoch ahnen sie nicht, dass sie im Sterbelager von Tausenden unschuldigen Lebewesen schwimmen.

KULTURELLE TRADITION?
In dieser Gegend ereigneten sich nachweislich über Jahrhunderte Wal- und Delfinjagden, doch die Praxis der Delfin-Treibjagden entwickelte sich erst in den 1970er Jahren. Die Delfinjäger aus Taiji argumentieren hingegen, dass diese Form der kommerziellen Jagd eine historische Gepflogenheit ist, was jedoch nicht stimmt. Das Praktizieren der Treibjagd ist noch nicht mal so alt, wie einige der Männer, die sie ausüben.

Menschen legen sehr viel Wert auf "Kultur" und alte Bräuche – und Japan ist ganz besonders mit diesen Idealen verbunden. Allerdings bedeutet die Tatsache, dass ein Brauch sehr lange praktiziert wurde, nicht automatisch, dass die Handlung auch richtig ist. Und es bedeutet auch nicht automatisch, dass diese fortgeführt werden sollte, wenn festgestellt wird, dass sie moralisch falsch ist. Sklaverei ist ein sehr gutes Beispiel für etwas, das in der menschlichen Geschichte sehr lange praktiziert, dann jedoch als moralisch falsch erkannt wurde. Im Falle der Treibjagden auf Wale jedoch gibt es noch nicht einmal einen legitimen geschichtlichen Hinweis in der Vergangenheit. Die Behauptung, dass die Treibjagden auf Delfine zur Kultur gehören, ist eine Lüge. Taijis Treibjagden begannen in den 1970er Jahren – genau zu der Zeit, als die weltweite Delfinarien-Industrie zu boomen begann. Und diese Jagd wird nur aus einem einzigen Grund fortgeführt: aus Gier.

taiji-cetacean-kill-121712-7-red-cove-9476-1000wWeltweit gibt es nur noch ein paar wenige Länder, die kommerzielles oder groß angelegtes Töten von Walen erlauben. Andere Länder, die früher einmal große Walfangnationen waren, haben mittlerweile damit aufgehört. Island, Norwegen, die dänischen Färöer-Inseln und Japan hingegen führen den kommerziellen Walfang im groß angelegten Stil weiter, wobei Japan von den vorgenannten am schamlosesten vorgeht. Jedes Jahr sendet Japan kommerzielle Walfangflotten in den Nordpazifik und in das Südpolarmeer und sie genehmigen und unterstützen die Jagd auf Wale und Kleinwale in ihren Küstengewässern.

Sea Shepherd ist nicht gegen Japan oder generell gegen irgendeine Nation oder Personengruppe. Wir sind gegen das Töten von Walen – ganz gleich welche Nationalität die Jäger haben.

LANDESWEITE TÖTUNGEN
Bis zu 20.000 Delfine, Wale und Schweinswale werden Jahr für Jahr in japanischen Gewässern getötet. Die meisten davon (etwa 18.000) sind Dall-Hafenschweinswale, die mit Harpunen im Norden Japans getötet werden.

Durch den Tsunami am 11. März 2011 wurde ein Großteil der Infrastruktur, die für diese Schlachtungen benutzt wurde, zerstört. Es bleibt abzuwarten, ob die Anzahl der Tötungen wieder den Stand von vor dem Erdbeben erreicht.

Abhängig von der Quote, die jedes Jahr festgesetzt wird, trägt Taiji mit ungefähr 2.000 Tieren zu dieser Statistik bei. In den letzten Jahren wurden im Schnitt ungefähr 1.600 Tiere gefangen genommen und geschlachtet. Die alljährliche Treibjagdsaison für Delfine startet jedes Jahr am 1. September und dauert unglaubliche sechs Monate bis in den März des Folgejahres. Die Jagd auf Wale in Küstennähe findet dann für die restlichen sechs Monate des Jahres statt und wird von kleinen Walfangbooten mit Harpunen durchgeführt.

Jedes Jahr beantragen Delfinjäger die Erlaubnis zur Delfinjagd in Taiji und der Gouverneur der Wakayama-Präfektur erteilt diese dann. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Wissenschaft oder Nachhaltigkeit während dieses Beantragungsprozesses ernsthaft in Betracht gezogen werden. Tatsächlich scheint es so, als ob die Jäger einfach die Zahl an Delfinen beantragen und vorschlagen, die sie erlegen wollen und der Gouverneur nickt diese umgehend ab und erteilt die Genehmigung.

Die meisten der Kleinwale und Delfine, die man während der Treibjagd in Taiji fängt, werden getötet und das Fleisch für den menschlichen Verzehr verkauft, obwohl die Zahl der für die Delfinarien-Industrie gefangen genommenen Tiere aufgrund der gestiegenen Nachfrage durch die internationalen Meeresparks in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Renommierte Wissenschaftler rund um die Welt warnen vor der hohen Quecksilberbelastung und anderen Schadstoffen in Delfin- und Walfleisch, aber trotzdem ignorieren viele Einheimische diese Warnungen und verzehren weiterhin das Fleisch. Ein gern benutztes Argument in diesem Zusammenhang ist der Hinweis, dass es doch so viele alte Leute in der Stadt gibt, die schon ihr ganzes Leben lang Delfine verzehren. Und ahnungslose Menschen glauben unglücklicherweise die Propaganda, die sie durch die japanische Regierung aufgetischt bekommen, die nach wie vor behauptet, dass die Quecksilberkonzentration in Delfin- und Walfleisch keine wirkliche Gefahr darstellt.

Selbst wenn man die Maßstäbe für eine Kleinstadt anlegt, ist Taiji ein wirklich sehr kleines Städtchen. Es gibt ungefähr 28 Männer, die in die Delfinjagden involviert sind. Und obwohl es viele Unterstützer für die Treibjagden gibt, so gibt es auch viele Personen, die sich dagegen aussprechen. Nicht jeder in Taiji schätzt die negative Publicity, die durch die wenigen Delfinjäger ausgelöst wird – weder für Taiji selbst noch für das gesamte Land. Diese Delfine, die an Japan vorbeiziehen, gehören nicht zu Taiji, sondern sie sind Bewohner dieser Welt und der Ozeane.

Sea Shepherd wird auch weiterhin die internationale Aufmerksamkeit auf die Stadt Taiji und seine berüchtigte Blutbucht richten, um so weltweiten Druck auszuüben, damit diese Gräueltat gestoppt wird.

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