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 Shannen Doherty im Livestream aus dem Walmuseum in Taiji. Sie zeigt die kleinen Becken, in denen die gefangenen Delfine gehalten werden. Foto: Sea Shepherd 28. September 2014
Doherty und die Cove Guardians von Sea Shepherd haben auch einen Live Stream aus dem Taiji Whale Museum übertragen, in dem das Albinokalb "Shoujo", das letztes Jahr gefangen wurde, in Gefangenschaft lebt.

Die Schauspielerin Shannen Doherty, bekannt für ihre Rollen in den Hitserien "Charmed" und "Beverly Hills 90210", ist gerade von einem Trip nach Taiji in Japan zurückgekehrt. Zusammen mit der Sea Shepherd Conservation Society hat sie dort als Cove Guardian die brutale Treibjagd und das Abschlachten der Delfine in der berüchtigten Killerbucht dokumentiert.

Am 20. September wurde Doherty Zeugin, wie die Jäger rasch eine Gruppe in Richtung des Hafens von Taiji getrieben und die panischen Delfine hinter die Netze der Bucht gesperrt haben. Doherty und die Sea Shepherd Cove Guardians haben die Jagd per Stream live übertragen und der Welt dabei gezeigt, was die Jäger versuchen hinter Planen versteckt zu halten: Das Fangen und Abschlachten intelligenter und sozial komplexer Delfine und Kleinwale.

Die ganze Schule - die vierte mit Rundkopfdelfinen, die in dieser Saison bisher in die Bucht getrieben wurde - wurde schnell geschlachtet. Nur ein einziges junges Kalb wurde verschont und in ein Leben verkauft, das auf Sklaverei in der Delfinarien-Industrie hinausläuft.

Nachdem sie die brutale Jagd erlebt hat sagte Shannen Doherty: "Ich saß zu Hause, schaute die Live Streams von Sea Shepherd an und dachte, dass ich vorbereitet bin. Es gibt absolut nichts, dass dich vorbereiten kann denn es ist gespenstisch, wenn du hier bist. Besonders nachdem sie geschlachtet wurden - das Plätschern des Wassers, die tödliche Stille, die Leute, die weg gehen. Es ist unheimlich. Du fragst dich einfach, wie sie [die Jäger]nachts schlafen können. ... Ich denke hier zu sein erschüttert auch die härtesten Menschen, weil es einfach grauenhaft ist."

Zum Leid der Delfine und zum Aufwand, mit dem die Killer versuchen dieses Leid vor der Welt zu verstecken, sagte Doherty: "Es ist ein komplett würdeloser, unverdienter, schrecklicher Tod, und sie [die Jäger] wissen das, weil sie uns fern halten und uns daran hindern, die Brutalität, das komplett unmenschliche Schlachten zu zeigen. Diese Kreaturen sind wirklich ein Gottesgeschenk, und was tun wir [als Menschen]?"

Neben dem Bezeugen der brutalen Jagd an der Bucht hat Doherty auch das Walmuseum in Taiji besucht - eine von drei Einrichtungen in Taiji, in denen Tiere gefangen gehalten werden - und hat per Live Stream den Zuschauern weltweit die trostlosen Lebensbedingungen der gefangenen Tiere gezeigt, darunter ist ein seltenes Albinokalb, das letztes Jahr aus einer Schule mit mehr als 250 großen Tümmlern heraus gefangen wurde. Das Kalb, das Sea Shepherd Gründer Paul Watson "Shoujo" taufte, wurde seiner Mutter entrissen, die vermutlich unter den getöteten Tieren der Schule war, und war das erste aus der Gruppe, das für die Gefangenschaft ausgesucht wurde. Die Killer und Trainer haben sofort erkannt, dass der seltene Albinodelfin einen lukrativen Fang für die Delfinarien-Industrie darstellt. Manche schätzen, dass beim Verkauf letztendlich 500 000 USD für die Killer erzielt werden könnten.

"Die Brutalität der Jagd in Taiji endet nicht mit dem Abschlachten der Delfine und Wale in der Bucht. Das Leid geht weiter für die, die aus dem Meer gerissen und in die Gefangenschaft geschickt werden", sagt Shannen Doherty. "Es war sehr emotional mit den Cove Guardians im Walmuseum in Taiji zu sein und Shoujo und die anderen Delfine in diesen kleinen, kahlen Becken zu sehen, in denen sie den Rest ihres Lebens verbringen werden. Sie haben schon so viel durchlitten indem sie den Tod ihrer Familien miterlebt haben."

 Die Trainer lassen ein Rundkopfdelfin-Jungtier in einem kleinen Container und wollen ihn nicht ausladen bis die Cove Guardians gehen. Foto: Sea ShepherdDoherty und die Cove Guardians waren vor dem Walmuseum in Taiji, als der Rundkopfdelfin aus der Schule, die früher am Tag geschlachtet wurde, von den Wassergehegen im Hafen überführt wurde. Ohne Rücksicht auf das Wohlergehen des gerade gefangenen Delfins sagten die Trainer nur: Wenn die Cove Guardians nicht aufhören zu filmen, dann würden sie den Delfin bis zur Schließung des Museums in der kleinen, dunklen Transportbox lassen. Dann hätten die Cove Guardians keine Wahl mehr als zu gehen, der Delfin ist eine "ersetzbare Ware". Obwohl die Cove Guardians sich mit ihrer Anwesenheit und dem Dokumentieren im gesetzlichen Rahmen bewegten, haben sie sich dazu entschieden, das Filmen zu beenden und den Ort zu verlassen, so dass das Leid des Delfins nicht verlängert würde. Die Trainer haben wieder einmal gezeigt wie herzlos sie sind, und dass es eine nicht zu verleugnende Verbindung zwischen der Abschlachtung der Delfine und der Delfinarien Industrie gibt.

Nachdem sie die Brutalität der Delfin-Treibjagd am 20. September mit eigenen Augen gesehen hat, war Doherty am nächsten Tag begeistert, dass sie via Live Stream zeigen konnte wie die Jagdboote mit leeren Händen in den Hafen zurück kamen. Ein "Blue Cove" Tag wurde ausgerufen und es war der perfekte Abschluss für ihren kurzen aber intensiven Besuch.

Für sechs niederschmetternde Monate jedes Jahr - von September bis März - werden ganze Delfinfamilien, oder Schulen, und Kleinwale in Taijis Killerbucht getrieben. Schlagstangen hämmern gegen die Seiten der Boote um eine "Lärmwand" zu schaffen, die die schallempfindlichen Meeressäuger um ihren Orientierungssinn bringt und es ihnen fast unmöglich macht der Treibjagd zu entkommen. Wenn eine große Gruppe gefangen ist, dann arbeiten Killer und Trainer Seite an Seite um die "schönsten" Delfine oder Wale für die Gefangenschaft auszusuchen (diejenigen ohne sichtbare Verletzungen und Narben). Es ist der milliardenschwere, weltweite Handel mit gefangenen Meeressäugern, der das Abschlachten finanziert. Die Cove Guardians haben schon oft dokumentiert, dass der Auswahlprozess für die Gefangenschaft zur gleichen Zeit wie das Schlachten stattfindet, da die Tiere, die nicht für den menschlichen Verzehr getötet werden, in die Gefangenschaft verkauft werden. Falls Tiere aus der Familie übrig bleiben werden sie zurück ins Meer getrieben. Das ist genauso stressig wie die Jagd in die Bucht hinein. Die meisten sind Jungtiere, die ohne den Schutz ihrer Mütter nur eine kleine oder gar keine Chance haben zu überleben. Manche verhungern während andere Raubfischen zum Opfer fallen.

Die Cove Guardians von Sea Shepherd sind die einzigen, die an jedem einzelnen Tag der gesamten sechsmonatigen Jagdsaison in Taiji vor Ort sind, sie dokumentieren und übertragen jeden Fang und jedes Töten per Live Stream für die Augen der Welt. Die Saison 2014-2015 ist das fünfte aufeinanderfolgende Jahr der Operation Infinite Patience, und die Cove Guardians werden so lange zurückkehren bis das Töten endet.